Pilotprojekt zur Erweiterung der Universität Göttingen in eine "Notebook-University"

Bei der Modernisierung von Forschung und Lehre an der Universität Göttingen spielt der Einsatz von neuen Medien eine zentrale Rolle. Aufbauend auf umfangreichen technischen Vorleistungen innerhalb der letzten Jahre ist der Ausbau zu einer "Notebook-University" der konsequent nächste Schritt auf dem Weg zu einer modernen Universitätsstruktur.
Um dieses Vorhaben umzusetzen, wurden sieben Teilprojekte konzipiert: Zum einen drei konkrete Anwendungen aus sehr unterschiedlichen Fachgebieten und Einsatzbereichen, die als Pilotprojekte für die exemplarische Erprobung und schrittweise Optimierung des entwickelten Management-, Motivations- und Nutzungskonzepts ausgewählt wurden. Zum anderen vier begleitende Projekte, die konkrete Entwicklungen zu Akzeptanzsteigerung, didaktischen Weiterbildung, Evaluation und Begleitforschung gewährleisten.

Das SOFI führte die Begleitforschung und Evaluation durch, die eine doppelte Zielsetzung verfolgte. Zum einen ging es um die Überprüfung, inwieweit es in den Anwendungsprojekten des Vorhabens gelingt, auf der Grundlage der technischen Infrastruktur neue Lehr- und Lernszenarien zu entwickeln und zu implementieren, die sich unter dem Gesichtspunkt mobiler Nutzung von bereits etablierten universitären Anwendungen von IuK-Technik abheben. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die erfolgreiche Einführung neuer Lehr- und Lernszenarien - wie IuK-basierte Innovationen generell - an die Beteiligung der Anwender geknüpft ist. Die wachsende Bedeutung der Anwender im Entwicklungsprozess wird in der sozialwissenschaftlichen Innovationsforschung unter dem Schlagwort "user-driven innovation" bereits seit Ende der 80er Jahre thematisiert . Insbesondere bei der Einführung neuer IuK-Technologien zielen Implementationsstrategien von Anbietern darauf ab, die Anwender stärker in den Entwicklungsprozess einzubeziehen. Für die Umsetzung und damit auch für die spätere Akzeptanz des Konzepts der Notebook University bedeutet dieses, dass die Entwicklung und Diffusion neuer, mobiler Lehr- und Lernformen entscheidend auch davon abhängt, ob Nutzungserfahrungen sowie Erwartungen, Interessen und Anregungen der Anwender - also von Lehrenden und Studierenden - in das Design von Mobile-Learning-Konzepten rückgebunden werden. Die prozessbegleitende Aufnahme der Nutzungserfahrungen leistet insofern einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung und Weiterentwicklung des Konzepts der Notebook University. Zum anderen ging es um die Sicherstellung der Voraussetzungen der Nachhaltigkeit der Projekte und Massnahmen im Sinne des Gesamtkonzepts und seine Weiterentwicklung zum Regelbetrieb. Daraus folgt, dass Begleitforschung nicht auf die Pilotprojekte und deren Teilnehmer beschränkt werden soll. Die Übertragbarkeit der Lehr- und Lernszenarien, der Organisations- und Kooperationsformen, sowie die Weitervermittlung des erworbenen Wissens und der Fähigkeiten sind genauso zu berücksichtigen, wie die Anforderungen, Interessen und Ressourcen der zunächst noch nicht unmittelbar einbezogenen Studenten und Dozenten.