Reorganisationsstrategien ostdeutscher Industriebetriebe - Studie zu industriesoziologischen Problemen der Transformation von Wirtschaftssystemen

Das Projekt thematisierte die Transformation der ostdeutschen Industrie unter dem Aspekt industriellen Strukturwandels, der in geläufigen sozialwissenschaftlichen Thematisierungen - Transformation als Institutionentransfer (Privatisierung) oder als betriebliche Rationalisierung - weitgehend ausgeblendet bzw. unterbelichtet bleibt. Aus diesem Blickwinkel stellte sich die Transformationsaufgabe dar als ein systemisch angelegter Prozeß der Restrukturierung industrieller Agglomerationen (Kombinatsstandorte), deren Struktur vom DDR-Produktionsmodell geprägt und mit dem Systemzusammenbruch obsolet geworden war. Das Projekt untersuchte an ausgewählten Standorten der ostdeutschen Chemieindustrie und der ostdeutschen Mikroelektronik, wie diese Aufgabe unter den restriktiven Bedingungen des deutschen Sonderfalls von Systemtransformation bewältigt wurde und zu welchen (vorläufigen) Resultaten sie geführt hat.    
    
Die Befunde zeigen, daß die industrielle Restrukturierung in Ostdeutschland den Charakter ergebnisoffener Suchprozesse hatte und ihre Resultate - jenseits quantitativer Aspekte - kaum als strukturelle Anpassung an traditionelle westdeutsche Vorbilder interpretierbar sind. Es lassen sich - auch hinsichtlich der weiteren Entwicklungsperspektiven - unterschiedliche Muster industrieller Restrukturierung identifizieren, die in hohem Maße von der Art ihrer Steuerung durch gesellschaftliche Akteure geprägt sind.