Das SOFI im Jahr 2007

Akzente in der Forschung

Internationalisierung. Die bereits seit langer Zeit bestehende internationale Ausrichtung der soziologischen Forschung wird immer wichtiger. Dies gilt insbesondere für den internationalen Charakter von Tagungen und Workshops sowie für den Stellenwert, den Kooperationspartner an ausländischen Universitäten und Forschungseinrichtungen einnehmen. International komparative Projekte bringen es zunehmend mit sich, dass in der Soziologie auch empirische Feldarbeit im Ausland stattfindet. Die Forschung am SOFI ist schon seit längerem durch eine starke Internationalisierung gekennzeichnet. Im Jahr 2007 haben empirische Erhebungen im Ausland allerdings in mehreren SOFI-Projekten über den üblichen Rahmen hinaus eine wichtige Rolle gespielt. Dabei wurde zugleich ein weiterer Trend deutlich: International vergleichende Forschung beschränkt sich nicht mehr -  wie vielfach in der Vergangenheit -  auf Europa und die USA, sondern bezieht verstärkt auch asiatische Länder mit ein, in diesem Fall vor allem Indien und China.

Ein SOFI-Projektteam, das sich mit Beschäftigungsverhältnissen und Arbeit in transnationalen Unternehmen für IT-Dienstleistungen beschäftigt, hat in Bangalore umfangreiche Fallstudien zur Einbettung des Offshoring in einem deutschen und einem indischen Unternehmen durchgeführt. Zum Erhebungsprogramm gehörten neben Expertengesprächen und Arbeitsplatzbeobachtungen auch Interviews mit indischen Projektmitarbeitern. Im Mittelpunkt einer Forschungskooperation des SOFI mit mehreren amerikanischen Wissenschaftlern -  dem Projekt „Global Components“ -  stehen die Strukturen globaler Produktions-  und Innovationssysteme von Zulieferunternehmen der Metall-  und Elektroindustrie. In diesem Projekt führte ein deutsch-amerikanisches Team in 2007 Erhebungen in Fabriken deutscher, amerikanischer und chinesischer Zulieferer im Raum Shanghai durch. Im Rahmen des interdisziplinären Projektverbundes „Globale Variantenproduktionssysteme“ stand in 2007 die Rolle chinesischer und indischer Auslandsstandorte innerhalb deutscher klein-  und mittelgroßer Unternehmen im Mittelpunkt von Expertengesprächen, die SOFI-Mitarbeiter an diesen Standorten geführt haben.

Produktionsstandorte in China standen auch auf dem Empirie-Programm eines SOFI-Projekts, das sich am Beispiel der Handybranche mit den „Chancen von Hochlohnstandorten in globalen Produktions-  und Innovationsnetzwerken der Elektronikindustrie“ beschäftigt. Mitten in der Feldforschung hat die Fragestellung des Projektes dabei ungeahnte Aktualität erhalten: Innerhalb kurzer Zeit ist die Produktion von Handys in Deutschland vollständig eingestellt worden. Die Insolvenz von BenQ Mobile führte 2007 zum Ende der Fertigung im ehemaligen Siemens-Handy-Werk in Kamp-Lintfort. Kurze Zeit später gab der US-Hersteller Motorola die Handyproduktion in Flensburg auf, Anfang 2008 folgte dann Nokias spektakuläre Ankündigung, das Handy-Werk in Bochum zu schließen.

Internationalisierung hat die Institutsarbeit 2007 noch in anderer Hinsicht gekennzeichnet. Das SOFI war maßgeblich daran beteiligt, den Ansatz eines internationalen Vergleichs von Bildungsleistungen auf die Berufsbildung auszudehnen: Ein analog zum Schul-PISA konzipiertes „Berufsbildungs-PISA“ soll es ermöglichen, über objektive Kompetenzmessung die Leistungsfähigkeit der Ausbildungsformen in unterschiedlichen Berufsbildungssysteme in Europa zu messen und miteinander zu vergleichen. Damit würde sich erstmals die Möglichkeit bieten, berufliche Kompetenzen in einen Bezug zu Ausbildungsformen und  -verfahren sowie zu sozialen und biographischen Merkmalen der Auszubildenden zu setzen. Im Zentrum der Arbeiten einer vom SOFI gemeinsam mit dem Seminar für Wirtschaftspädagogik der Georg-August-Universität Göttingen koordinierten Expertengruppe standen in 2007 die methodischen Probleme einer solchen Studie, die ungleich größer sind als beim Schul-PISA. Gegenwärtig laufen bereits methodisch ausgerichtete Machbarkeitsstudien für die internationale Vergleichbarkeit von Berufs-  und Ausbildungsprofilen und Kompetenzmessverfahren..

Ausbau quantitativer Methode. Im Hinblick auf die verwendeten Methoden haben in der SOFI-Forschung in der Vergangenheit vor allem qualitative Fallstudien eine zentrale Rolle gespielt. Das SOFI hat hier insbesondere in Untersuchungen zum Wandel der Arbeit in Industrie- und Dienstleistungen einen spezifischen methodischen Zugriff entwickelt, für den das Institut in der deutschen Sozialforschung weithin Anerkennung genießt. Im Rahmen eines DFG-Projekts, das sich mit dem Fallstudienansatz in der deutschen Soziologie beschäftigt, leistet das SOFI gegenwärtig eine Aufarbeitung der Eigenheiten des eigenen Ansatzes. Die Arbeit mit Fallstudien prägt auch weiterhin zentrale Forschungsaktivitäten des Instituts. So arbeiten beispielsweise die oben genannten Projekte zur Globalisierung in Industrie und Dienstleistungen durchgängig mit qualitativen Fallstudien.

In jüngster Zeit hat das SOFI sein methodisches Profil beträchtlich erweitert. Eine Reihe von SOFI-Projekten verwendet Massendaten. Eine wichtige Rolle spielen hier Datensätze wie das vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erhobene Sozio-Ökonomische Panel (SOEP) oder der Linked Employer-Employee-Datensatz (LIAB) des Instituts für Arbeitsmarkt-  und Berufsforschung (IAB). Hinzu gekommen ist in 2007 zudem die Erhebung eigener Primärdaten. Im Rahmen einer 2007 gestarteten Studie, die ein Modellprojekt zur Steigerung der Berufsfähigkeit von HauptschülerInnen evaluiert, werden Daten zu Bildungsverläufen und sozialer Herkunft von Jugendlichen erhoben. Die Erhebung vergleichbarer Primärdaten wird gegenwärtig im Rahmen von Parallel  und Nachfolgestudien zu vergleichbaren Modellprojekten ausgebaut. Ziel der SOFI-Forschung ist es hier, Datensätze zu generieren, die auch für Längsschnittanalysen nutzbar sind. Das Institut beabsichtigt, den Stellenwert quantitativer Methoden in der eigenen Forschung weiter auszubauen. Hierzu sollen auch die Kompetenzen im Bereich der quantitativen Methoden erweitert werden -  unter anderem durch die Rekrutierung von in diesem Feld ausgewiesenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.


Die Entwicklung im Überblick

Die Entwicklung des Instituts im Jahr 2007 war nach der im Vorjahr erreichten Entspannung bei Projektakquisition und Finanzierungssituation durch Kontinuität gekennzeichnet. Der Institutsetat lag um knapp drei Prozent über dem Vorjahr, inflationsbereinigt also in etwa auf demselben Niveau. Mit dem praktisch konstanten Niveau der für die wissenschaftliche Arbeit innerhalb des Instituts verausgabten Mittel geht allerdings eine erhebliche Zunahme solcher Forschungsaktivitäten einher, bei denen das SOFI Leitungs-  und Koordinationsfunktionen in Verbundprojekten wahrnimmt.

Bearbeitet wurden wie im Vorjahr 33 Projekte. Drei davon wurden abgeschlossen, sieben neu begonnen, vier im selben Jahr begonnen und abgeschlossen. Insgesamt wurden 16 Projekte neu akquiriert, darunter sechs Projekte mit einer Laufzeit von sechs Monaten oder darunter. Die Kehrseite der seit längerem zu beobachtenden Zunahme solcher „Kurzläufer“ ist eine Zunahme der Akquisitionsaufwendungen im Verhältnis zu den damit eingeworbenen Forschungsmitteln. Die institutionelle Förderung durch das Land Niedersachsen, die eine entscheidende Grundlage für die Fähigkeit des SOFI zu einer eigenständigen, an wissenschaftlichen Relevanzkriterien und längerfristigen Schwerpunktsetzungen ausgerichteten Forschungsstrategie darstellt, gewinnt vor diesem Hintergrund zusätzlich an Bedeutung. Diese institutionelle Förderung beläuft sich wie im Vorjahr auf etwa ein Drittel der Institutsaufwendungen..

Die Beschäftigtenzahl war, anders als geplant, in 2007 mit 31 MitarbeiterInnen (im Jahr 2006: 32 MitarbeiterInnen) leicht rückläufig. Damit ist die Personaldecke des Instituts gemessen an dem erforderlichen Aufwand für Projektbearbeitung und Akquisition nach wie vor ausgesprochen knapp. Die im Vorjahr in Angriff genommenen Bemühungen um Abhilfe stellten sich schwieriger dar als erwartet. Der Markt für promovierte Sozialwissenschaftler mit hinreichender Forschungserfahrung erwies sich als ausgesprochen eng. Dies gilt in ganz besonderem Maße für den Bereich quantitativer Kompetenzen, in dem es für das SOFI nicht allein um Ersatzrekrutierung, sondern auch um Kapazitätsausweitung geht. Angesichts begrenzten Angebots sowie der Tatsache, dass MitarbeiterInnen mit den betreffenden Kompetenzen nicht allein von wissenschaftlichen, sondern auch von staatlichen Einrichtungen und von Unternehmen nachgefragt werden, die mit deutlich höheren Entgeltangeboten operieren, ist die Gewinnung und die längerfristige Bindung selbst im Nachwuchsbereich sehr schwierig. Im Bereich der Nachwuchsförderung ergibt sich eine zusätzliche Schwierigkeit daraus, dass gerade entwicklungsfähige, engagierte MitarbeiterInnen im Zuge betrieblicher Projekte auch die Aufmerksamkeit von Unternehmenspraktikern auf sich ziehen. Vor die Wahl gestellt zwischen dem Abschluss einer Promotion und -  nicht zuletzt finanziell attraktiven -  Angeboten aus Unternehmen, entscheiden sich die Betreffenden nicht selten gegen die wissenschaftliche Alternative. Andererseits zeigen erfolgreiche Rekrutierungen der letzten Zeit: Die Eröffnung interessanter, längerfristiger Forschungsperspektiven, anregender Kooperationszusammenhänge und nicht zuletzt greifbarer, zeitlich überschaubarer Promotionsperspektiven im Bereich der Nachwuchsförderung sind wirksame Attraktionsfaktoren. Zur Verbesserung der Personalsituation setzen wir vor allem auf eine weitere Optimierung bei diesen Faktoren.

Die Entwicklung in den Forschungsschwerpunkten

Der folgende Überblick über die Entwicklung in den einzelnen Forschungsschwerpunkten hebt Entwicklungslinien und Akzentsetzungen hervor, die im Jahr 2007 von besonderer Bedeutung waren.

Arbeit im Wandel. Im Forschungsschwerpunkt „Arbeit im Wandel“ nahmen wie bereits im Vorjahr Projekte zu Strukturen und Entwicklung der industriellen Beziehungen in Deutschland bedeutenden Raum ein. Fortgesetzt wurde zum einen die Begleitforschung zu grundlegenden Reformen der Flächentarifverträge in der Metall-  und Elektroindustrie und im Einzelhandel -  im Berichtsjahr gefördert vor allem von der Hans-Böckler-Stiftung. In beiden Projekten wird deutlich, dass der Erhalt bzw. die Neubefestigung dieser für das „Modell Deutschland“ zentralen Regulierungsinstitution extrem voraussetzungsvoll und keineswegs selbstverständlich ist. Insbesondere das Einzelhandelsprojekt entwickelte sich im Berichtszeitraum zu einer Detailanalyse der Schwierigkeiten einer Entgeltstrukturreform von Grund auf -  mit noch offenem Ausgang. Die Analyse von Bedingungen, Perspektiven und gegebenenfalls Grenzen grundlegender tarifpolitischer Innovationen jenseits branchenbezogener Einzelprojekte bleibt vor diesem Hintergrund eine längerfristig verfolgte Forschungsperspektive.

Weitere wichtige Aspekte der industriellen Beziehungen kommen mit zwei im Jahr 2007 neu angelaufenen Projekten in den Blick, die ebenfalls von der Hans-Böckler-Stiftung gefördert werden. Das Projekt „Geschlechterverhältnisse zwischen Beharrung und Veränderung: Interessen, Arbeit und Handlungsorientierungen von weiblichen Betriebsratsmitgliedern in der Automobilindustrie“ wirft zum einen die Frage nach den empirischen Voraussetzungen weiblicher Interessenvertretungspraxis in den bislang sehr stark männerdominierten Betriebsräten auf. Zugleich liefert es einen empirischen Beitrag zur Erforschung alltagspraktischer von Sozial-  und Kooperationsbeziehungen innerhalb von Betriebsräten. Das Projekt „Innovation und Mitbestimmung: Regulierungsbedarfe, Interessenorientierung und Entwicklung von Spielregeln für Innovationshandeln“ sucht eine empirisch belastbare Grundlage für die Beantwortung der Frage zu gewinnen, ob und unter welchen Bedingungen Institutionen und etablierte Praktiken der betrieblichen und Unternehmensmitbestimmung Innovationshandeln fördern oder hemmen (können) und wie neue oder veränderte Praktiken vorhandenen Regulierungsbedarfen besser gerecht werden könnten. Das Projekt thematisiert Arbeitsorientierungen und Arbeitshandeln Hochqualifizierter unter dem Gesichtspunkt der Interessenregulierung. Damit schließt es in wesentlichen Punkten an das im Berichtsjahr fortgeführte Projekt zu BiowissenschaftlerInnen an. Mit den von der EU geförderten Projekten „GLORI“ und „Capright“ bieten sich für das SOFI darüber hinaus die Möglichkeiten, die auf Deutschland bezogenen Forschungen im Bereich der betrieblichen und unternehmensbezogenen Mitbestimmung wie des Kollektivvertragswesens in einen europäischen Kontext zu stellen.

Hervorzuheben ist hier schließlich das ebenfalls im Jahr 2007 begonnene DFG-Projekt „Industriesoziologische Fallstudien: Entwicklungspotentiale einer Forschungsstrategie“, das zusammen mit dem ISF München und dem Lehrstuhl für Soziologie an der TU München durchgeführt wird. Ziel einer kritischen Bilanz der durchaus unterschiedlich akzentuierten Fallstudienpraxis der beteiligten Institute ist es, Grundlagen für eine systematische Explizierung dieser Forschungsmethode zu gewinnen -  mit Blick sowohl auf ihre strategische Weiterentwicklung wie auf ihre Vermittlung in Lehre und Forschung.


Wandel von Produktions-  und Innovationsmodellen. Im Forschungsschwerpunkt „Wandel von Produktions-  und Innovationsmodellen“ wurde das DFG-Projekt „Die soziale Dynamik der Energiewende am Beispiel der regenerativen Energien“ erfolgreich abgeschlossen. Mit der Anfang 2008 erschienenen Buchveröffentlichung sowie mit dem im Berichtsjahr von der DFG bewilligten und Anfang 2008 aufgenommenen Nachfolgeprojekt „Die Expansion regenerativer Stromerzeugung als Motor systembezogener Innovation im deutschen Elektrizitätssektor“ erweist sich die SOFI-Forschung in diesem Themenbereich auch über die wissenschaftliche Debatte hinaus als hoch aktuell.

Daneben prägten die zahlreichen laufenden Forschungen zu globalen Produktions-  und Innovationsnetzwerken die Arbeiten in diesem Forschungsschwerpunkt, auf die wir bereits in der Einleitung des Geschäftsberichts näher eingegangen sind. Aus dem DFG-Projekt zu „Varianten unternehmensinterner, transnationaler Kooperation im Bereich von Softwareproduktion und IT-Diensteistungen zwischen Deutschland und Indien“ liegen erste Ergebnisse als SOFI-Working-Paper vor. Besondere Erwähnung verdient zudem die Entwicklung des Projekts „Chancen für Hochlohnstandorte in globalen Produktions  und Innovationsnetzwerken der Elektronikindustrie -  das Beispiel der Handy-Branche“. Als Fallstudienprojekt zur Identifizierung von Good Practices konzipiert und gestartet, entwickelte es sich im Verlauf der Forschungsarbeiten zu einer Studie der Radikalisierung des Offshoring in diesem Bereich und der problematischen Folgen dieser Strategien für Hochlohnstandorte sowie für die Innovationsperspektiven von Unternehmen.

Für den Bereich der fortgeführten Forschungen zu den Auswirkungen des Internet auf die Medienbranche („Mediaconomy“) ist für 2007 vor allem die Durchführung einer Befragung von WissenschaftlerInnen zur Veränderung ihres Umgangs mit wissenschaftlichen Publikationen durch das Internet hervorzuheben. Befragt wurden hier 1.800 WissenschafterInnen an vier Standorten. Darüber hinaus wurde die Begleitforschung zur Entwicklung des mobilen Fernsehens fortgesetzt; Gegenstand der Studie war die sechsmonatige Beobachtung des Nutzungsverhalten im Rahmen des Pilotprojekts in Regensburg.

Sozialmodell: Arbeit -  Bildung -  Lebensweise im Umbruch. Im Forschungsschwerpunkt „Sozialmodell: Arbeit -  Bildung -  Lebensweise im Umbruch“ wurden die in den letzten Jahren etablierten Linien in der Sozialberichterstattung und der Arbeitsmarkt-  und Berufsforschung weitergeführt. Nach der Anfang des Jahres erfolgten Bewilligung durch das BMBF konnten die Arbeiten an einem zweiten Bericht im Rahmen der Berichterstattung zur sozioökonomischen Entwicklung Deutschlands aufgenommen werden. Strategisches Ziel des vom SOFI geleiteten Forschungsverbundes ist es, das in den Berichten exemplarisch vorgeführte System einer Sozialberichterstattung als dauerhaftes zu etablieren. Innerhalb des SOFI ist das Projekt eng verzahnt mit den Arbeiten in dem von der EU geförderten internationalen Forschungsverbund „Capright“. „Capright“ betreibt die konzeptionelle Weiterentwicklung und empirische Umsetzung des Ansatzes der Verwirklichungschancen („capabilities“), der mittlerweile auch programmatische Grundlage der Sozialpolitik der Bundesregierung ist. Fortgeführt wurde auch das von Hans-Böckler-  und Otto-Brenner-Stiftung geförderte Projekt „Monitor Arbeitsmarktpolitik“.

Neben der fortgeführten Beteiligung des SOFI am Bildungsbericht der Bundesregierung wurden neue Forschungslinien im Bereich der Bildungs-  und Berufsbildungsforschung aufgenommen. Das SOFI betreibt die Konzipierung und praktische Vorbereitung einer international-vergleichenden „Large-Scale-Assessment-Studie“ in der beruflichen Bildung. Die Studie soll dazu beitragen, die internationale Forschung in diesem Bereich auf eine solide Informationsbasis zu stellen, die systematische Vergleiche und wohl begründete praktische Schlussfolgerungen ermöglicht. Die praktische Durchführung einer internationalen Machbarkeitsstudie auf der Grundlage dieser Vorarbeiten darf mittlerweile -  das kann hier im Vorgriff auf die Berichterstattung für 2008 gesagt werden -  als gesichert gelten. Mit dem Projekt „Abschlussquote erhöhen -  Berufsfähigkeit steigern“, das von der Bundesagentur für Arbeit gefördert wird, ist eine neue Linie von Evaluationsprojekten begonnen worden. Im Mittelpunkt stehen Modellprojekte an niedersächsischen Schulen, die durch geeignete Fördermaßnahmen die Quote der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss und in der Folge mit nur sehr geringen Integrationschancen in den Arbeitsmarkt vermindern sollen. In Verbindung mit inzwischen akquirierten Vergleichs-  und Anschlussprojekten eröffnet das Projekt über die unmittelbare Maßnahmenevaluation hinaus die Möglichkeit zum Aufbau einer Datenbasis, um diesen viel diskutierten, aber bislang wenig erforschten Bereich gefährdeter Übergänge empirisch auszuleuchten und so eine belastbare Grundlage auch für politische Maßnahmen zu gewinnen.